Die Schildkrötensuppe und der Artenschutz

Die Schildkrötensuppe hat ihren Ursprung in China und Singapur. Verzehr und Zubereitung der „Delikatesse“ wurde schnell zu einem weltweiten Trend. Dies zog natürlich gravierende folgend nach sich: Aufgrund des Verzehrs sind heute viele Schildkrötenarten vom Aussterben bedroht und teilweise sogar ausgestorben. Das beste Beispiel dafür ist die Batagur Schildkröte.

Der Verkauf und die Zubereitung der Schildkrötensuppe

Wie bereits beschrieben, liegt der Ursprung der exotischen Suppe in Asien. Im 18. Jahrhundert hat der Trend seinen Weg nach Großbritannien gefunden. Rund ein Jahrhundert später, also im 19. Jahrhundert, kam auch der amerikanische Kontinent in den „Genuss“ der Suppe. 1988 wurde der Erwerb des Fleischs und die Zubereitung durch das Washingtoner Artenschutzabkommen verboten.

Wo früher die Schildkrötensuppe in den Regalen eines jeden Supermarktes zu finden war, steht heute die sogenannte Mockturtlesoupe. Also die „unechte Schildkrötensuppe“. Die Zubereitung dieser Suppe entspricht fast dem Original. Lediglich das verwendete Fleisch stammt von Kälbern, bzw. Rindern.

1998 eröffnete ein deutscher (Online-)shop wo so einige kritische „Delikatessen“ angeboten wurden. Dazu zählte zum Beispiel Straußengularsch, Kängurufilet und die Schildkrötensuppe. Nach eigenen Angaben waren die Tätigkeiten des Unternehmens nicht illegal, da es sich um Zuchttiere handelte. Heute ist der Onlineshop nicht mehr erreichbar. (Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/artenschutz-die-schildkroetensuppe-ist-zurueck-a-184403.html)

Es besteht die Wahrscheinlichkeit nach dem Verzehr einer wildlebenden Schildkröte an einer Art Lebensmittelvergiftung, dem sogenannten Chelonitoxismus zu erkranken. Der letzte bekannte Fall trat 2010 in Chuuk, einem mikronesischen Bundesstaat auf. Bei einem Fest wurden „Echte Karettschildkröten“ zubereitet. Circa 90 Personen erkrankten an der Vergiftung. (Quelle: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0031-1272913)

Das Kochen einer Haustierschildkröte ist verboten!

Schildkröten Suppe

Die Suppenschildkröte

Traurig aber wahr: Die Suppenschildkröte zählt zu den Meeresschildkröten und trägt ihren Namen wegen der Schildkrötensuppe. Sie ist in fast allen Meeren der Welt zu finden, was sie damals für Seefahrer sehr begehrt machte. In teilen Asiens und der Karibik gilt diese Art heute immernoch als Spezialität. Das natürliche Höchstalter des Tieres liegt bei 40 bis 50 Jahren.

Das Schicksal der Batagur Schildkröte

Die Batagur Schildkröte ist die wahrscheinlich seltenste Schildkröte der Welt. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es weltweit wahrscheinlich nur noch ca. 40 Exemplare dieser Schildkrötenart. Diese steht seit 1982 auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. In Thailand galt die Art für über 20 Jahre als ausgerottet. 2007 wurde jedoch durch Zufall nochmal ein Exemplar dieser Art in entdeckt.

Batagur Schildkröte

Allgemeine Fakten zur Batagur Schildkröte

Die Schildkröte gehört der Gattung „Batagur“ an. Die Gattung zählt zu der Familie der Altwelt-Sumpfschildkröten, welche neben der Batagur Schildkröte noch weitere seltene Arten wie zum Beispiel die Callagur-Schildkröte, die Dreistreifen-Flussschildkröte, die Bengalische Flussschildkröte oder die Birmesische Dachschildkröte umfasst. Die natürliche Umgebung des Tieres befindet sich im asiatischen Raum. Dazu zählt beispielsweise Thailand oder Bangladesch. In der freien Wildbahn sind die Tiere eher Einzelgänger. Im ausgewachsenen Zustand sind die Tiere dieser Art ca. 50 – 60 cm groß und wiegen ca. 30 Kg. Dazu zählen Sie zu den größeren Arten Asiens.

Warum war/ist das Tier für den Menschen so beliebt?

Fast jedes Teil der seltenen Schildkröte gab den Menschen einen Nutzen. Das Fleisch und die Eier wurden oft verspeist und aus dem Panzer konnte ein Heilmittel hergestellt werden. Früher haben die Menschen jedes Jahr ca. 1.000 Tiere gefangen und verarbeitet. Da es sich bei den Tieren um Pflanzenfresser handelt, galten diese als sehr friedlich. In Bangladesch wurden bzw. werden die Tiere aus diesem Grund oft als Talisman gehalten.

Welche Maßnahmen werden zur Rettung unternommen?

Der Tiergarten Schönbrunn (Österreich) hat zusammen mit der Schildkröten Erhaltungszuchtstation „Turtle Island“ ein Projekt zur Rettung der fast ausgestorbenen Art gestartet.

Anfang 2010 fanden vier Exemplate den Weg in den Tiergarten Schönbrunn. Die Schildkröten wurden im Herbst 2009 aus einem Dorfteich in Bangladesch gerettet. Im Mai 2010, also innerhalb weniger Monate gelang den Experten aus dem Tiergarten die Nachzucht.

Wenn du mehr über dieses Projekt erfahren und zur Rettung der Batagur Schildkröte beitragen möchtest, findest du alle notwendigen Informationen auf der folgenden Seite: http://www.turtle-island.at/projekte/batagur-schildkroete/.